Viele Menschen fühlen sich in ihrem Leben mal tieftraurig, auch über einen längeren Zeitraum. In Deutschland war jeder 5. Im Alter von 18 – 65 Jahren schon mal an einer depressiven Störung erkrankt und ca. 8 % der deutschen Bevölkerung leiden einmal in ihrem Leben an Depressionen, Frauen (11.3%) dabei doppelt so häufig wie Männer (5.1%). Aber was sind eigentlich Depressionen und wie entstehen sie? Wie kann man sich Hilfe suchen, wenn man den Verdacht hat depressiv zu sein? 

Symptome und Diagnose

Um eine depressive Episode diagnostiziert zu bekommen muss man nach dem ICD 10 (das diagnostische Mittel, das zurzeit in Deutschland zum Diagnostizieren von Krankheiten benutzt wird) unter folgenden Symptomen leiden: Betroffene leiden unter einer bedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Des Weiteren ist die Fähigkeit zur Freude, sowie Interesse und Konzentration vermindert. Oft haben Betroffene Schlaf und Appetitstörungen.

Betroffene neigen dazu sich wertlos zu fühlen und haben wenig Selbstvertrauen. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome unterscheidet man zwischen einer leichten, mittelgradigen und schweren depressiven Episode. Bei einer leichten Episode hat man für gewöhnlich zwei bis drei der beschriebenen Symptome und der oder die Betroffene ist zwar beeinträchtigt, kann aber die meisten Aktivitäten in seinem/ihrem Leben fortführen. Bei einer mittelgradigen Episode leidet der/die Betroffene unter vier oder mehr Symptomen und hat oft Schwierigkeiten seine/ihre alltäglichen Aktivitäten fortzusetzen.

Bei einer schweren depressiven Episode leidet der/die Betroffene unter mehreren oben angegebenen, quälenden Symptomen. Typischerweise bestehen ein Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld. Suizidgedanken und -handlungen sind häufig, und meist liegen einige somatische Symptome vor. 

Wie entsteht eine Depression?

Nach dem wir jetzt einen besseren Eindruck davon haben, was Depressionen eigentlich sind, ist es nun auch wichtig zu verstehen wie so eine Depression entstehen kann. Eins vor ab, hierzu gibt es keine „eine“ Antwort. Der Entstehungsverlauf einer Depression ist immer individuell und ergibt sich aus verschiedenen Aspekten. Dennoch gibt es verschiedene Theorien wie eine Depression entsteht.

Aus biologischer Sicht spielen Genetik, neurochemische Faktoren sowie Gehirn Abnormitäten eine Rolle. Die Erblichkeitsrate liegt bei 30 – 40%. Die Neurotransmitter Serotonin und Dopamin spielen auch eine wichtige Rolle. Dopamin ist wichtig für Motivation, Eigeninitiative und Freude. Ein Mangel von Dopamin kann somit einige Symptome einer Depression erklären. Serotonin ist das Glückshormon des Körpers. Deswegen arbeiten viele Anti-Depressiva mit den Neurotransmittern Serotonin und Dopamin.

Neben biologischen Erklärungen gibt es auch noch einige psychologische Theorien. Aus Verhaltenstheoretischer Sicht entstehen Depressionen aus einem Mangel von Verstärkungen für positives und konstruktives Verhalten, was dazu führt, dass diese Verhaltensweisen verloren gehen und der oder die Betroffene inaktiv wird und sich zurückzieht. Dies führt dann zu einem Teufelskreis, denn ohne Aktivitäten, die einem Freude machen, können diese auch nicht positiv verstärkt werden und somit zieht man sich immer weiter zurück.

Beck’s kognitive Theorie erklärt Depressionen als Resultat von Vorurteilen im Denken. Das heißt, depressive Menschen haben oft negative Vorurteile gegen über sich selbst, anderen und die Welt. Das führt dann dazu, dass alle Erlebnisse negativ interpretiert werden, wodurch man dann wieder inaktiv wird und sich zurückzieht. Des Weiteren leiden Betroffene oft an einer angelernten Hilflosigkeit, sowie Hoffnungslosigkeit. 

Wie kann einem geholfen werden, wenn man das Gefühl hat an Depression erkrankt zu sein? 

Die ersten Schritte, um einen Therapieplatz zu finden, könnt ihr hier nachlesen (https://theoceaninyourmind.de/hilfe/). Aber wie sieht so eine Therapie dann im genauen aus? Auch hier unterscheidet man wieder zwischen „biologischen“ Therapieformen (Medikamente) und psychologischen Therapieformen, oftmals werden beide parallel angeboten. 

Wie oben bereits beschrieben, arbeiten Medikamente oft mit den Neurotransmittern Serotonin und Dopamin, und versuchen diese im Gehirn wieder auszubalancieren. Innerhalb der psychologischen therapeutischen Hilfe gibt es auch wieder verschiedene Ansätze.

Bei einer tiefenpsychologischen Therapie versucht man innere, unterdrückte Konflikte zu lösen, um dadurch nach innen gerichtete Wut rauszulassen. Des weiteren wird versucht zu erarbeiten wie frühere Erlebnisse sich auf einen auswirken können und zu den jeweiligen Symptomen führen. 

In einer kognitiven Verhaltenstherapie wird mit verschiedenen Mitteln gearbeitet. Generell geht es darum zu verstehen, wie Emotionen, Verhalten und Kognitionen in Verbindung zueinanderstehen und sich gegenseitig beeinflussen. In der ersten Therapiestunde wird dann versucht herauszufinden, wie man sich gewisse Verhaltensweisen angewöhnt hat, um negative Verhaltensmuster und Gedankenstränge zu durchbrechen.

Ein weiterer wichtiger Teil von Verhaltenstherapie, wenn man unter Depressionen leidet, ist die Verhaltensaktivierung. Hier erarbeitet man zusammen zum Beispiel einen Wochenplan mit Aktivitäten, die der Betroffene machen kann. Dies ist immer individuell angepasst, und kann je nach Schwere der Depression Dinge wie einkaufen, Freunde treffen oder auch duschen gehen beinhalten.
 

Eine Depression bedeutet nicht Dein Ende

Was für wen die richtige Therapieform ist, lässt sich allgemein nicht beantworten. Das ist immer eine Individuelle Entscheidung, abhängig davon womit du dich am Wohlsten fühlst. 

Abschließend kann man sagen, ja Depressionen ist eine der Häufigsten psychischen Krankheiten, aber auch eine mit den besten Heilungschancen. So genesen ca. 80% aller an Depressionen Erkrankten, wenn in Therapie. Also gebt die Hoffnung nicht auf, auch wenn es manchmal so aussieht als gäbe es keine. Hoffnung ist immer da, und du bist nie allein! 



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