Wie Online-Dating Plattformen unser Selbstbild verändern

Seit der COVID-19-Pandemie ist die Nutzung von Online-Dating-Apps enorm gestiegen. Es gab kaum Möglichkeiten andere Menschen kennenzulernen, da keine Veranstaltungen stattfanden und teilweise Restaurants und Kneipen geschlossen hatten. Die Isolierungsmaßnahmen führten zu vermehrter Einsamkeit. An einem weiteren einsamen Abend, den man auf der Couch verbringt, lädt man sich also Tinder, Bumble oder ähnliches herunter in der Hoffnung diese Einsamkeit überwinden und jemanden kennenlernen zu können.

Das Prinzip ist einfach:

Menschen laden Bilder von sich hoch und wenn einem die Person gefällt, wischt man nach rechts, gefällt sie einem nicht wischt man nach links. Rein auf Äußerlichkeiten basierend entscheiden wir also wen wir kennenlernen möchten und wen nicht. Doch was macht dieses Vorgehen mit uns? Ich liege auf der Couch, gucke eine Serie und denke darüber nach, dass ich eigentlich lieber mit jemandem in Zweisamkeit hier liegen würde, statt allein. Ich greife also zu meinem Handy und öffne die erste App: Tinder.

Die Sehnsucht nach Begehrung oder einfach der Wunsch nach Bestätigung von außen sind Gefühle, die mir durch den Kopf schießen. Ich möchte doch nur mal ein gutes Gefühl vermittelt bekommen. Ich möchte doch nur, dass mir nahegelegt wird, dass ich gut so bin, wie ich bin. Ich wische ein paar Mal nach links, ein paar Mal nach rechts – doch keine Interaktion. Frustrierend. Nach fünf Minuten tritt bereits eine Art Verzweiflung auf: Wieso bekomme ich keine Matches? Bin ich nicht hübsch genug? Sollte ich etwas an mir ändern? Wieso gefalle ich anderen Leuten nicht?

Man freut sich über jedes Match, dass man bekommt. Jedoch gibt es auch die Kehrseite des Ganzen, wenn kaum Matches zustande kommen und das Gefühl von Ablehnung eintritt. Das Gefühl zurückgewiesen zu werden tritt durch die Vielzahl an Angeboten immer wieder auf und lässt uns an uns selbst zweifeln. Unser Selbstbild und Selbstbewusstsein leiden und somit auch unsere psychische Gesundheit. Je länger ich auf der App verweile, desto schlechter wird meine Stimmung und mein Selbstbewusstsein. Nach zehn Minuten schließe ich Tinder und verharre gedanklich auf dem Gefühl des Ungewolltseins und den Selbstzweifeln.

“Ich würde mich auch nicht wollen”

Ich gucke mir meine Bilder an und finde mich immer unattraktiver, je länger sie mir ansehe. Mir schießen verschiedene Gedanken durch den Kopf: „Ich würde mich auch nicht wollen.“, „Es gibt viel bessere Möglichkeiten als mich.“ Doch dann kommt die Benachrichtigung: Du hast ein Match! Freudensgefühle kommen auf. Lang bleiben sie jedoch nicht, denn ich stecke noch immer in den vorhergehenden Gedanken. Ich hasse mich, ich bin hässlich und ungewollt. Nach einiger Zeit lösche ich die App, da sie mich nur unglücklich macht und mein Selbstbild zerstört. Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Denn ich sehe mich wieder so, wie ich bin. Und ich sehe, wie gut ich bin.

So spannend Online-Dating sein kann, ist es wichtig, dass man seinen eigenen Wert nicht anhand von Bildern und/oder anderen Menschen definiert. Gegen den Wunsch, Menschen über Apps kennenzulernen ist natürlich nichts einzuwenden und es ist ein riesen Fortschritt, dass man auf so schnellem Weg Kontakt zu so vielen verschiedenen Menschen knüpfen kann. Doch genau darin liegt auch die Gefahr. Man wird immer austauschbarer und jede Kleinigkeit die nicht ganz ideal auf den/die imaginäre:n Traumpartner:in zugeschnitten ist, lässt sich vielleicht schon innerhalb von Sekunden in einer anderen Person finden. Doch echte Beziehungen sind Arbeit und niemand ist perfekt.

Du bist wunderschön, so wie du bist und romantische oder sexuelle Präferenzen von anderen Menschen sind individuell, das bedeutet nicht, dass du nicht toll bist. Denn das bist du. Du weißt es nur vielleicht noch nicht und musst es dir selbst eingestehen. Doch an diesen Punkt wirst du kommen und wirst dich so sehen, wie du bist. Und das wird wundervoll, versprochen.




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