Deine Geschichte

Annas Geschichte

Ich heiße Anna, bin 22 Jahre alt und würde euch gern von meinem Zusammenleben mit meiner Angst erzählen.

 

Ich war schon immer ein ängstliches Kind

Ängste und Angstattacken fingen bei mir schon in meiner Kindheit an. Ich war, denke ich, einfach schon immer ein etwas ängstliches Kind. Das sehen manche sicherlich auch gar nicht wirklich problematisch, wenn ein Kind Angst vor irgendetwas hat. Mit der Zeit aber nahmen meine Ängste zu und ich bekam körperliche Probleme: Magenbeschwerden und Panik vor Dingen, die andere als völlig harmlos einstufen würden.

 

Die Ängste wurden immer schlimmer

Ich steigerte mich in Situationen rein, malte mir aus was alles passieren könnte und machte mir Gedanken über Dinge, über die sich ein kleines Kind eigentlich noch gar keine Gedanken machen müsste. In dieser Zeit bekam ich einen Rat von einer Kinderpsychologin, einen Vergleich, der mir immer noch im Gedächtnis ist: Ich sollte mir die Angst als einen großen Hund vorstellen. Dieser Hund käme nun auf mich zu. Mein erster Reflex wäre vermutlich wegzurennen. Das würde mir allerdings nicht weiterhelfen. Man weiß ja, sobald man vor einem Hund wegrennt, wird er einem folgen, er wird schneller sein und einen vielleicht sogar noch zu Boden werfen. Auch die Angst holt einen ein. Man kann versuchen Dinge zu vermeiden vor denen man Angst hat. Oft ist die Angst sogar begründet und hält einen davon ab, sich selbst in Gefahr zu bringen.

 

Angst ist oft begründet – sie darf aber nicht zu mächtig werden

Es ist völlig in Ordnung nicht vom 10-Meterbrett zu springen, Achterbahn zu fahren oder Fallschirm zu springen. Aber sich nicht ins Treppenhaus zu trauen, weil man ein Geräusch gehört hat und es vielleicht der Nachbar mit dem Hund sein könnte – wenn man lieber fünf Stockwerke läuft, anstatt den Aufzug zu nehmen – oder wenn man sich nicht auf seinen Urlaub freuen kann, weil man Angst vorm Fliegen hat, dann schränkt einen seine Angst ein! So viel Macht über sein Leben sollte man der Angst nicht überlassen.

 

Es hilft sich seinen Ängsten zu stellen

Deswegen beschloss ich etwas gegen meine Ängste zu unternehmen. Noch am selben Tag, an dem ich bei der Kinderpsychologin war, ging ich mit meinen Eltern in das angrenzende Krankenhaus und fuhr mit ihnen zehn Stockwerke im Aufzug hoch und runter, bis es langweilig für mich wurde. Ich ging mit einer Freundin ins Tierheim und führte dort freiwillig Hunde aus – schnell wurden diese Tiere zu meinen absoluten Lieblingstieren.

 

Mein Taufspruch macht mir Mut

Dennoch gibt es auch heute noch in meinem Leben viele Situationen in denen ich gegen meine Angst kämpfe und manche Kämpfe auch noch verliere. Auf diesem Weg begleitet mich mein Taufspruch, den ich mir mit meiner Mutter zusammen aussuchte, als ich ungefähr sieben Jahre alt war und getauft wurde: „Von allen Seiten umgibst du mich, und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139,5) Dazu das passende Bild, wie ich als Kind mit meinen Eltern in einer Gondel saß und eine Angstattacke bekam: viele Menschen, die Höhe oder das Wackeln – ich weiß nicht mehr was der Auslöser war. Meine Mutter hat mich fest an sich gedrückt und ich hab mein Gesicht in ihrer Jacke vergraben. Ich hab nichts mehr sehen müssen und hab nur noch ihre Nähe gespürt. Und genau so ist auch Gott für uns da, wie eine Mutter für ihr Kind. Auch, und vor allem genau dann, wenn uns die Angst packt und lähmt.

 

 

 


Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier für dich die ersten Hilfemöglichkeiten aufgeschrieben und auch einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.

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