Blog

Warum du lernen darfst den Weg zu lieben

Veröffentlicht
Den Weg lieben lernen

Es ist ein Tag wie viele andere, einfach Alltag. Nicht besonders gut, nichts besonders schlecht. Doch trotzdem schleicht sich immer wieder ein Gedanke ein, dass ich nicht ausreiche. Ein Gedanke, dass es so viele Dinge gibt, die ich noch nicht erreicht habe. So viel, was ich regeln müsste, wo ich gerne besser wäre. Ich sehe meine Unzulänglichkeiten, meine unerreichten Ziele und denke, ich reiche nicht aus.

Selbstdruck macht rastlos

Ich glaube oft ist mein Streben nach Perfektion mein größter Antrieb für meine Erfolge. Aber genauso lässt mich dieser Perfektionismus keinen meiner Erfolge feiern. Mein Fokus bleibt immer auf den Aufgaben die liegen bleiben, darauf, dass ich mein Ziel noch nicht erreicht habe. Ich denke an meine Charakterschwächen, an die Freundschaften in die ich zu wenig investiere. Ich denke an jeden kleinen Misserfolg in meinem Alltag, und habe dabei immer im Kopf wie ich es eigentlich gerne hätte.

Vielleicht kennst du das auch? Den größten Raum in unseren Gedanken geben wir oft den Dingen, die wir noch nicht geschafft haben. Wir machen uns klein, weil das was wir erleben und wie wir leben noch nicht unserem ständig wachsendem Maßstab genügt. In so vielen Momenten können wir das Leben gar nicht genießen, weil es noch Ziele gibt, die wir nicht erreicht haben.

Veränderung hat viele Etappen

Vermutlich hast du schon mal gehört „Der Weg ist das Ziel“. Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich das genau so unterschreiben kann. Aber ich merke dass mein Leben entspannter wird, wenn ich anfange den Weg zu genießen. So viel Frustration kommt bei mir davon, dass ich mir selbst nicht erlaube den Weg von meinem Jetzt zu meinem Ziel als Prozess mit vielen verschiedenen Etappen anzuerkennen.

Dass von einem größeren Problem wie beispielsweise selbstverletzendem Verhalten, zu einem Leben Ohne ein Weg voller Rückfälle liegt, ist einfach zu schreiben, aber schwer zu akzeptieren. Dass von meinem aufgabenorientierten Denken hin zu einem Menschenorientierten ein Weg liegt und es nicht einfach ein Schalter ist. Diese Akzeptanz ist für mich schwer zuzulassen.

Aber genau da liegt der Schlüssel. Fast alles was wir erreichen wollen ist mehr als eine einfache Entscheidung. Nach der Entscheidung kommt ein Prozess. Ein Weg von dem wie es ist zu dem, wie wir es gerne hätten. Und manchmal ist der Weg länger als erwartet. Also: Zeit den Weg zu genießen. Ich sage nicht „vergiss deine Ziele“, aber ich glaube wir können akzeptieren, das dort ein Weg ist vom Jetzt zu unseren Zielen.

Was wäre also, wenn wir uns mal wirklich zurücklehnen?

Du kannst anfangen die Prozesse in denen du dich befindest zu lieben. Du darfst sagen „es ist ok wie es ist“ und das was nicht OK ist, ist eben noch in Arbeit. Du kannst heute anfangen zu akzeptieren, dass sich Dinge in Bewegung befinden. Es ist gut, dass wir Dinge verändern wollen, aber es ist an der Zeit uns und unser Leben trotzdem jetzt schon zu lieben. Wir sind auf einem Weg und werden es vielleicht sogar immer bleiben.

Stell dir doch mal vor wie entspannt es wäre, wenn wir uns den Raum ließen Fehler zu machen. Das was wir erreichen wollen werden wir meistens nicht sofort erreichen, aber wir lernen viel unterwegs. Wenn wir anfangen den Weg zu lieben nimmt das den Druck noch nicht am Ziel zu sein. Trotzdem sind wir ja auf dem Weg, also mach dich locker.

Zeit für mehr Selbstakzeptanz und für einen neuen Blick auf die Dinge, die noch nicht so sind wie wir wollen. Aus einem „das darf in meinem Leben nicht so sein“ wird ein „Ok, das ist jetzt so, ich bin auf dem Weg und das ist gut so“.

Den Weg lieben zu lernen ist ein Weg für sich. Wenn du in Dingen steckst, die dich oder andere gefährden, verletzen oder der Weg unschaffbar scheint dann such dir Hilfe! Es ist okay das Leben nicht alleine zu schaffen und es ist mutig Hilfe zu suchen!


Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.

Kommentar verfassen