Ich bin 18 Jahre alt und leide seit 3 Jahren an einer Angststörung, die bei mir Emetophobie heißt. Vor drei Jahren musste ich mich wegen eines Magen Darm Infekts im Bus übergeben. Ich war alleine und niemand hat mir geholfen. Auf einmal hatte ich Angst, war nervös, bekam Panik und war total überfordert.

Nachdem ich dann 2 Wochen zuhause war, in meiner sicheren Umgebung, bekam ich auf einmal starke Panik Attacken, ich konnte mir nicht erklären warum. Ich hatte plötzlich schreckliche Angst aus dem Haus zu gehen, und nur wenn ich daran gedacht habe die Haustür zu verlassen, bekam ich Panik und mir wurde sofort schlecht.

Ich verstand nicht, was mit mir passierte

Diese Angst wurde so groß, dass ich mich 3 Monate lang nur in meinem Zimmer verschanzte, wenig aß und kaum schlief. Ich war so verzweifelt, da ich keine Ahnung hatte was mit mir los war! Irgendwann habe ich eine Freundin angerufen, die Psychologin ist und bat sie um Hilfe.

Eine Therapie anfangen war für mich eigentlich keine Option. Ich war zu sehr verunsichert und beeinflusst von vielen negativen Meinungen über Therapeut*innen.  Ich hatte Angst, als Psycho angesehen zu werden. Nach 2 Wochen Überlegung bin ich schlussendlich doch in eine Tagesklinik in meiner Umgebung gegangen und war dort anschließend 4 Monate. Ich konnte nicht selbstständig hin fahren also hat die Krankenkasse das Taxi für mich bezahlt.

Die Tagesklinik war der erste große Schritt

Zum Beispiel lernte ich dort, was es heißt, die Angst zu überwinden. Und das nichts passiert, wenn ich mich doch tatsächlich noch mal in der Öffentlichkeit übergeben sollte. Ich war von April bis Juli dort in Therapie und konnte im Mai dort sogar meine Abschlussprüfungen schreiben. Als ich dann entlassen wurde, ging es mir mit der Angst ein bisschen besser.

Ich habe trotzdem Menschenmengen gemieden und außerhalb nichts gegessen. Ich bin weder alleine Bus noch Zug gefahren. Im September wollte ich auf eine weiterführende Schule, was ich schlussendlich leider nicht gleich geschafft habe. Meine Therapeutin brachte mich daraufhin in eine 24 Stunden Klinik.

Von September bis November war ich in dieser Klinik und muss sagen, dass ich unendlich dankbar dafür bin, dass ich dort war. Ich bekam dort leichte Medikamente gegen die Ängste und erkannte, dass meine Depressionen sehr schwer waren, ich es nur nie wirklich wahrhaben wollte.

Ich werde immer stärker.

In der Klinik habe viele Übungen gemacht, um gegen meine Ängste anzukämpfen. Ich musste zum Beispiel 3 mal die Woche alleine in die Stadt laufen, in einem Laden etwas kaufen und wieder zurück. Am Anfang war es für mich so schlimm und die Panik war unglaublich. Aber nach und nach habe ich immer mehr die Angst verloren und konnte ab November in die Schule gehen. Es war nicht einfach aber ich konnte lernen damit umzugeben.

Das alles war 2017. Angst und Panik sind nach wie vor sehr oft noch da, aber ich kämpfe mich durch und will mein Leben leben!! Jeder, der einen ähnlichen Kampf durchmacht wie ich, sollte sich nicht von der Angst lenken lassen!


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