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Warum es okay ist einen Rückfall zu haben

Rückfall. Ein Wort, was für mich immer unglaublich negativ klang, da es für mich immer für Ernüchterung, Versagen und Schwäche stand.
Ein Rückfall fühlt sich an wie 100 Schritte zurück, wo man doch gerade mühsam einen nach vorne gemacht hatte. Mir persönlich kam es jedes Mal so vor, als wären alle Erfolge auf einmal völlig hinfällig, quasi nie da gewesen.
Man entscheidet sich, Distanz von einem negativen Teil des Lebens zu nehmen, sei es eine Sucht, eine schlechte Angewohnheit oder irgendein nerviges Laster. Diese Entscheidung ist schon mal unglaublich viel Wert.

Die drei Phasen aus der Sucht

Der Weg hinaus ist immer unterteilt in drei Phasen.
Zuerst kommt die euphorische Phase. Man merkt, dass es ja gar nicht so schwer ist wie erwartet, fühlt sich so stark und als wäre von nun an sofort alles anders, als hätte man direkt gesiegt.

Darauf folgt die Ernüchterung. So leicht ist es scheinbar doch nicht und was mache ich hier überhaupt? Bringt es mir überhaupt was? Man sieht das Ziel doch nicht mehr so einfach und nah wie erwartet.

Dann kommt dieser eine Moment, wo man der Versuchung nicht widerstehen kann oder will. Wo man sich ein mal kurz in das alte Gefühl zurückversetzen will. Man gibt nach. Und ich glaube das ist auch okay.

Man muss lernen, dass ein Rückfall nicht zwangsläufig ein Rückschritt ist. Man macht genau da weiter, wo man aufgehört hat. Wenn man einem Rückfall zu viel Macht gibt – ihn als zu schlimm einstuft, erhöht das die Gefahr ungemein, sich darin zu verfangen. „Jetzt habe ich ein mal versagt, jetzt ist es ja sowieso egal“

Normalität kehrt ein

Wenn man seinen Rückfall als solchen einordnet, es so auch akzeptiert und damit abhakt, dann kann man einfach weitermachen wie bisher. Dann war das eben mal eine nicht so gute Entscheidung, heißt aber nicht, dass man ein Versager ist. Dass man von da an immer wieder versagt.

Man macht genau da weiter, wo man vorher aufgehört hat. Es ist okay Rückfälle zu haben, wir sind einfach nur Menschen. Das gehört zu jedem richtigen Weg dazu. Hat man in der Phase der Ernüchterung trotzdem durchgehalten, kommt irgendwann langsam die Realitätsphase. Der Alltag verändert sich, man gewöhnt sich an das Leben ohne den Teil, den man loslassen wollte. Normalität kehrt ein.

Deine Erfolge sind relevant

Ich habe all diese Schritte durchlebt, habe es geschafft mich von einer langjährigen Sucht zu befreien.
Und trotzdem kämpfe auch ich auch heute immer noch mit Rückfällen. Sie schleichen sich eben immer mal wieder an. Aber das ist wie gesagt okay. Wenn du dem mal nachgibst, dann mache dich dafür nicht fertig. Gehe weiter, da wo du stehen geblieben bist. Deine Erfolge sind dadurch nicht weg oder wertlos. Sie sind genau so relevant wie vorher.

 

 

 

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