Deine Geschichte

Elizabeths Geschichte

Elizabeths Geschichte in Depression
Letztes Jahr ging ich ans Meer, ein Ort der für mich normalerweise mit Frieden erfüllt ist. Aber letzten Juni war es anders. Ich fühlte nichts. Man sagt, die Depression lässt dich das Interesse an den Dingen verlieren, die du eigentlich liebst. Als ich am Strand entlang lief, die Füße im Wasser, da wusste ich es. Ich wusste dass die Depression mich wie eine Welle verschlungen hatte. Ich konnte es nicht leugnen oder ignorieren. Die Depression hatte mich erbarmungslos runtergerissen und versuchte mich wieder und wieder zu ertränken .

Ebbe und Flut

Tag für Tag versuchte ich mich aus den Klammern der Depression zu lösen. Doch genauso wie nach der Ebbe immer wieder die Flut kommt, kam ich auch aus diesem Teufelskreis nicht heraus. Die Depression überzeugte mich, dass ich es nicht verdiente glücklich zu sein. Dass ich nicht verdiente mich wertvoll zu fühlen. Und ich glaubte es. Ich ließ zu, dass es mich vereinnahmte.

So unwahrscheinlich wie es auch klingt, wird die Depression irgendwann komfortabel. Sie entwickelt sich zu einem Gefühl von Sicherheit. Du passt dich den Gefühlen von Leere und Wertlosigkeit an, sie werden deine neuen Freunde. In den dunkelsten Phasen meiner Depression konnte ich mir nicht vorstellen, dass das irgendwann enden würde. Ich glaubte, dass ich mich so für immer fühlen würde. Ich gewöhnte mich so sehr daran, dass ich  anfing mich zu fragen:

Ist es wirklich SO schlimm?

Bin ich überhaupt wirklich depressiv?

Bin ich wirklich am ertrinken?

Vielleicht waren es diese Fragen, die anfingen mich aufzufressen. Ich gab auf. Ich weinte. Ich schrie. Ich verletzte mich selbst. Ich wollte von den Wellen weggespült werden. Ich schämte mich und fühlte mich schuldig . Ich wollte diese Gefühle ein für alle mal beenden.

Eine weitere Minute

Es gab einen Moment wo ich das Ufer aus den Augen verlor. Eine Minute in der ich dachte ich könnte es nicht mehr ertragen. Aber schon in der nächsten Minute tauchte ich wieder auf und schnappte nach Luft. Alles was es braucht ist eine weitere Minute. Als ich begriff dass ich das Wasser nicht allein bändigen konnte, streckte ich mich nach Hilfe aus. Und als ich das tat nahm mein bester Freund meine Hand und rette mir das Leben.

Eine einfache Nachricht und er war an meiner Seite, ließ mich an seiner Schulter weinen. Er stellte mir die schwierigen Fragen und hörte sich meine komplizierten Antworten an, die ich niemals davor ausgesprochen hatte. Ich erlaubte mir meine dunkelsten Gefühle zu offenbaren ohne mich zu schämen oder schuldig zu fühlen.

Ich begann zu realisieren, dass ich verdiene zu lieben und geliebt zu werden, ein Leben mit Sinn zu leben. Ich bin mir sicher er hatte Angst als er mich in dieser Nacht allein ließ. Angst, dass mich der Ozean verschlingen würde. Doch in diesem Moment wusste ich, dass ich das nicht zulassen könnte. Ob ich wollte oder nicht. Ich hatte unzählige Tage vor mir. Tage voller Schmerz aber auch  Tage voller Freude.

Ein Sommer war vergangen

Letzten August ging ich mit ihm wieder ans Meer. Ein Sommer war vergangen. Ein Sommer voller Ehrlichkeit und Offenheit über meinen Depression mit Freunden und Familie. Ein Sommer voller Höhen und einigen Tiefen. Mit glücklichen und traurigen Momenten. Ein Sommer der Veränderung. Ich rannte völlig unbeschwert auf das Ufer zu und ließ die Wellen gegen meine Beine strömen.

Ich war so aufgeregt. Ich fühlte mich lebendig. Ich fühlte mich endlich wieder mit dem Meer verbunden, die warme salzige Luft fühlte sich wieder so vertraut an.

Wellen werden kommen

Ich kann es nicht leugnen, es werden weitere Wellen kommen. Gute und schlechte. Wellen die ich bestreiten will um sie zu besiegen und solche, von denen ich verschluckt werden will.

Eine Welle, wenn ich etwas mehr trinke als ich sollte. Eine Welle, wenn ich das erste mal zur Therapie gehe. Eine Welle wenn das Meer wieder stürmisch und düster wird. Eine Welle wenn ich daran denke, was für eine atemberaubende Unterstützung ich erfahren darf. Eine Welle wenn ich mir immer und immer wieder sage dass alles was es braucht eine weitere Minute ist. Eine Minute um mich zu besinnen und wieder die Liebe für den Sand und die Meeresluft zu fühlen.

Wenn du gerade in der Depression zu versinken drohst, richte deine Augen auf das Ufer. Erinnere dich daran, dass es immer einen Weg zurück gibt. Und wenn dich eine Welle überflutet, bleib stark. Alles was es braucht ist eine weitere Minute.

Dieser Blogpost ist frei übersetzt aus dem Englischen (Original-Blogartikel).

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