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Warum dich die nächste Stresssituation wieder meilenweit zurückwerfen wird

Stress, Achtsamkeit, Resilienz

Es gibt Zeiten in denen geht es mir gut, es gibt Zeiten in denen geht es mir schlecht. Ich denke, viel normaler und logischer kann es nicht werden. Aber es gibt Zeiten, in denen ich so gestresst und unausgeglichen bin, dass ich den Druck nicht mehr aushalte. Das sind die Zeiten, die schnell gefährlich werden können.

Es gab Wochen, in denen ich so gestresst war von Terminen, Deadlines, Dingen die ich selbst erledigen wollte oder die andere von mir verlangten, dass ich den Druck nicht mehr verarbeiten konnte. Das waren die Zeiten, in denen ich angefangen habe meinen Freunden die Schuld für alles zu geben oder plötzlich in der Küche stand mit einem Messer in der Hand und mich selbst verletzen wollte.

 

Die guten Zeiten

Ich glaube, oft ist das Problem, dass wir in schlechten Zeiten völlig überfordert sind. Probleme werden plötzlich so groß, dass sie alles andere überschatten und wir aufhören auf uns selbst zu achten. Aber das größere Problem ist oft ein anderes:

Wir blenden in guten Zeiten die schlechten Zeiten völlig aus, wir schließen die Möglichkeit aus, dass etwas Schlechtes passieren könnte. Bitte verstehe mich nicht falsch, wir sollten im Moment leben und die guten Zeiten genießen. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich denke nicht so oft darüber nach was schief laufen könnte.

 

Denke wie ein Astronaut

Ich lese zurzeit ein Buch von Chris Hadfield mit dem Titel „An Astronauts Guide To Life“. Er beschreibt die Einstellung, die er brauchte um ein Astronaut zu werden und zu überleben. Eine seiner erfolgreichsten Herangehensweisen ist es, immer zu überlegen, was ihn als nächstes umbringen könnte. Nicht weil es schön ist darüber nachzudenken, sondern um vorbereitet zu sein. (Mehr Astronautenweisheiten auf englisch gibt’s hier)

Genau hier liegt der Schlüssel. Es geht nicht darum, seine Gedanken auf das Negative zu fokussieren, sondern sich auf schlechte Zeiten vorzubereiten. Vermutlich heißt das für dich nicht, zu wissen welche Knöpfe du drücken musst, wenn der Start deiner Rakete schief läuft oder was du tun musst, wenn dein Spacesuit undicht ist. Es heißt vermutlich eher zu wissen, was du brauchst um mit Überforderung umzugehen, ohne dich oder andere in Gefahr zu bringen. Es kann heißen, auf deinem Handy immer eine Playlist dabei zu haben, die dich runter bringt. Oder einfach einen Plan zu haben, was dir gut tut.

 

Was könnte schief gehen

Ich plane zurzeit die Technik für eine längere Veranstaltungsreihe. Genauer gesagt für einen Gottesdienst meiner Kirche in einer anderen Location. Das ist für mich ein riesiges Projekt und ziemlicher Stress. Die Frage, was aber passieren würde, wenn alles schief läuft, war sehr einfach zu beantworten. Ich habe ein Team, mit dem ich innerhalb von wenigen Stunden eine Veranstaltung auf die Beine stellen kann, ohne dass irgendjemand bemerken würde, dass die Technik nicht so funktioniert wie geplant.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf muss ich keine Angst mehr davor haben, dass etwas nicht funktioniert. Diese Einstellung kann für dich etwas ganz anderes bedeuten als für mich. Vielleicht kann bei dir auch wirklich ernsthaft etwas schief gehen. Aber auf den schlimmsten Fall vorbereitet zu sein und trotzdem den besten Fall zu erwarten und zu erhoffen, kann dir eine neue Ruhe geben!

 

Routine

Für mich ist es besonders gut und wichtig in den entspannten Zeiten Routinen zu üben. Wenn ich jeden Tag die gleiche Morgenroutine habe, fällt es mir leichter in den gestressten Zeiten aufzustehen. Wenn es für mich eine Routine ist, regelmäßig zu essen, wird mir das helfen auch in stressigen Zeiten auf meine Ernährung zu achten.

Also, wenn es dir gerade gut geht, freut mich das wirklich! Aber wenn du alles ausblendest, was vor dir liegt, wird dich die nächste Stresssituation sicher wieder meilenweit zurückwerfen. Vielleicht nimmst du dir aber ein bisschen Zeit und überlegst: was könnte schief gehen? Gibt es vielleicht eine Situation auf die du dich vorbereiten solltest?

Genieße die guten Zeiten und bereite dich darauf vor, dass Stresssituationen kommen können, oder dass Dinge nicht so laufen wie sie sollten. Du schaffst das! Vor allem, wenn du vorher schon weißt wie!

 

 


Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier für dich die ersten Hilfemöglichkeiten aufgeschrieben und auch einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.

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