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Was mich der Tod meines Vaters über Depression gelehrt hat

Verlust, Tod, Depression

2016 war das Jahr, in dem ich meinen absoluten Tiefpunkt erreichte. Am 9. Januar 2016 habe ich erfahren, dass mein Vater für immer weg sein würde.

Ich war von Trauer überwältigt und mit den ganzen ausgelösten Emotionen total überfordert. Obwohl ich auch bereits andere Familienmitglieder verloren hatte,  traf mich der Verlust eines Elternteils mit Abstand am meisten.

 

Jede noch so schlimme Erfahrung kann eine Bereicherung sein

Ich dachte, ein so schlimmes Ereignis kann einen doch kein bisschen im Leben voranbringen? Doch, denn aus solchen Erfahrungen kannst du immer etwas lernen. Nun, was habe ICH durch diesen Verlust über Depression gelernt?

Bisweilen verdrehte Depression meine Wahrnehmung. Dennoch: die Gefühle, die ich spüre, sind real. Depression ist real. Sie kann dein komplettes Leben auf den Kopf stellen und das ist nicht, weil ICH mich dazu entschieden habe diese Emotionen zu spüren, sondern weil sie einfach vorhanden sind. Nichtsdestotrotz hat sie nicht sämtliche Kontrolle über mein Leben.

 

Die Depression ist real, aber man kann sie beherrschen

Depression ist zwar ein Gefängnis, in dem ich sowohl der Gefangene als auch der Gefängniswärter war. Ich kann trotzdem der Mittelpunkt meines eigenen Lebens sein und nicht meine Depression. Die Entscheidung liegt in meinen Händen. Lasse ich meiner Depression freien Lauf oder suche ich mir Hilfe, um sie zu beherrschen?

Das ist der zweite Punkt, den ich erfasste. Ich muss nicht überwältigt von meiner eigenen Trauer untergehen. Ich bin nicht allein und es wird immer jemanden geben, der bereit ist mir zu helfen. Ich muss es nicht allein durchziehen. Allein werde ich es vielleicht nicht schaffen, aber gemeinsam mit Anderen schon.

 

Traue dich zu reden

Isoliere dich nicht. Es ist vollkommen okay, nicht okay zu sein. Du musst dich nicht schämen. Es gibt immer Wege, die du erforschen kannst, um Hilfe zu finden. Sprich mit Freunden, Familie oder einem Therapeuten. Ich bin zwar oft fest davon überzeugt, dass meine Emotionen jedem gleichgültig sind, aber das ist nur MEINE Wahrnehmung.

Die Stimme, die mir sagte „Gib doch auf. Dieses Mal wird es wirklich nicht besser!“ war am lautesten. Meine Wahrnehmung war so verdreht, diese Gedanken schienen ab und zu wahrhaftig zu sein. Ich darf aber nicht vergessen, dass meine Wahrnehmung nicht immer der Realität entspricht.

Bei einer Erkältung kann man auf die Körperteile zeigen, die einem wehtun. Worauf sollte ich aber bei seelischen Schmerzen zeigen? Deshalb ist es wichtig (obwohl es äußerst unangenehm sein kann) mit Anderen darüber zu reden. Es GIBT Hoffnung. Schmerz ist vorübergehend. Solang du nicht aufgibst, wird er irgendwann nachlassen. Es wird besser. Jeden Tag wird es besser.

 

Es lohnt sich, sich für das Leben zu entscheiden!

Schließlich wurde mir klar, wie kurz das Leben ist. Warum sollte ich meine Tage bekümmert verschwenden? Warum sollte ich mich von Menschen isolieren, die ich vielleicht morgen nicht mehr sehen könnte? Anstatt aufzugeben, entscheide ich mich jeden Tag wieder neu zu leben.

An manchen Tagen fühlst du dich gut, an manchen nicht. Trotzdem bist du ein Kämpfer und wirst die Depression besiegen.

Inmitten des Winters habe ich endlich gelernt, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt. Und in dir gibt es ihn auch!

 

 

 


Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier für dich die ersten Hilfemöglichkeiten aufgeschrieben und auch einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.

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