Deine Geschichte

Jonathans Geschichte

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Ich bin 21 Jahre alt und habe kürzlich mein Informationsdesign-Studium abgeschlossen.

Die Selbstzweifel sind mein ständiger Begleiter

Ich kann nicht wirklich genau sagen, wann alles angefangen hat. Das ist aber auch nicht wichtig. Seit mehreren Jahren lebe ich ständig mit der Angst, bei Anderen nicht anzukommen, nicht gut genug zu sein und von meinen Mitmenschen belächelt zu werden. Ich interpretiere grundsätzlich jede Reaktion auf mein Verhalten, mein Aussehen oder meine Leistungen als negativ. Selbst wenn mich jemand aufrichtig lobt fällt es mir extrem schwer, das Kompliment anzunehmen und nicht direkt vor mir selbst zu relativieren.

Oft liege ich abends in meinem Bett und fühle mich komplett alleine. Ich weiß dann nicht mehr, wie ich weitermachen soll und komme mir komplett wertlos vor. Häufig geht mir dann auch durch den Kopf, dass es einfacher wäre, komplett aufzugeben und mich selbst umzubringen.

Ich dachte, ich hätte den Kampf gewonnen

Als die negativen Gefühle gegen mich meinen Freunden und Eltern auffielen, ermutigten sie mich dazu, eine Verhaltenstherapie zu beginnen. Einige Zeit lang hatte ich das Gefühl, gemeinsam mit meiner Therapeutin alles wieder im Griff zu haben und mit den plötzlich auftauchenden Selbstzweifeln umgehen zu können.

Nach dem Hoch kam der Abgrund

In letzter Zeit kommt zunehmend aber auch eine unbeschreibliche Wut hinzu. Ich bin sauer – auf die Menschen, die mich anscheinend nicht akzeptieren, auf die Menschen, denen ich nicht gut genug bin. Aber am Meisten bin ich sauer auf mich, weil ich nicht begreife, dass ich sowieso chancenlos bin gut anzukommen und es trotzdem versuche. Um dieser Wut irgendwie ein Ventil zu geben, habe ich angefangen mich selbst zu verletzen.

Alles gipfelte darin, dass ich mir vor einigen Tagen wirklich ein Ende setzen wollte. Zum Glück spürte meine Mutter auf irgendeine Art und Weise, dass bei mir etwas nicht stimmte. Gemeinsam entschlossen wir uns an diesem Abend dazu, dass es besser wäre, wenn ich die Nacht in einer Klinik verbringen würde.

Ich kämpfe noch, aber nicht allein.

Meine Geschichte ist bisher nicht wirklich von Erfolgen geprägt, mir geht es nach wie vor oft nicht gut. Allerdings habe ich gelernt, dass meine Freunde und Familie immer für mich da sind. Egal wie schlecht es mir geht, egal wie einsam ich mich fühle, sie lieben mich genau so, wie ich bin.

Natürlich fällt es mir oft selbst schwer das zu glauben. Natürlich ist deshalb nicht immer alles gut. Aber zu wissen, dass es Menschen gibt, die mich jederzeit auffangen, macht alles irgendwie erträglicher.

Vielleicht geht es dir ähnlich. Vielleicht denkst du dir sogar in diesem Moment, dass es niemanden gibt, der dich wertvoll findet. Ich kann dich verstehen. Aber ich möchte dir eine Sache sagen: du bist nicht allein.

Gib die Hoffnung nicht auf, egal wie schwer es ist

Trau dich, mit deinen Freunden, Geschwistern oder Eltern darüber zu reden. Sei ehrlich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie alles dafür tun um dir zu helfen.

Vielleicht verstehst du dich aber auch schlecht mit deinen Eltern und kennst niemanden, dem du dich anvertrauen kannst. Dann gib trotzdem nicht auf. Es gibt professionelle Hilfe, an die du dich wenden kannst. Darüber zu reden ist schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Am Ende möchte ich dir noch eine Sache sagen: Du bist zu wertvoll, um einfach aufzugeben. Auch wenn du das jetzt vielleicht noch nicht glauben kannst.

 

 


Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier für dich die ersten Hilfemöglichkeiten aufgeschrieben und auch einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.

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