Mein Name ist Celina und bin 22 Jahre alt. Ich habe eine Ausbildung zur Köchin gemacht und arbeite nun schon ein paar Jahre in diesem Beruf. Eigentlich liebe ich ihn, eigentlich..

Ich habe Depressionen.

Die Depression habe ich schon ganz schön lange, doch ich habe es erst dieses Jahr verstanden, als es mir ganz plötzlich richtig schlecht ging. Ich habe angefangen, Tagebuch zu schreiben und dabei gemerkt, dass ich auf jeden Fall Hilfe brauche. Doch wie holt man sich Hilfe, wenn man sich das Ganze selbst nicht eingestehen will?

Ich bin ständig geplagt von Selbstzweifeln, Angst vor Fehlern, einer inneren Unruhe, als ob ich jeden Tag meine Abschlussprüfung nochmal schreiben müsste. Und dann sagt die Depression im Kopf, dass es mir doch eigentlich gut geht, dass das doch alles nicht so schlimm sei. Dass ich mich nicht so anstellen solle. Ich habe es all die Jahre geschafft, das niemand mein Geheimnis mitbekommen hat. Aber, irgendwie war dieses Jahr Schluss, es ging einfach nicht mehr weiter.

Nichts hat mehr geholfen.

Weder die Musik, die ich immer höre wenn eine depressive Episode kommt, schaffte es, mich wieder hoch zu holen, noch habe ich die Kraft gefunden, Sport zu machen. Die Arbeit fiel mir immer schwerer, es wurde einfach immer dunkler und dunkler in mir. Selbst mein Freund, mit dem ich schon 2 Jahre zusammen wohne, hat nichts von meinem Leiden mitbekommen.

Niemand hat mitbekommen wenn ich auf dem Boden saß und geweint habe. Es wurde immer dunkler um mich herum. Und dann kam die Corona Pandemie. Von heute auf morgen wurde ich aus meinem kompletten Alltag gerissen. Ich durfte nicht mehr arbeiten, es ging von jetzt auf gleich nichts mehr.


Ich fasste meinen Mut zusammen

Für mich war es ein sehr großer Schritt, zu meinem Hausarzt zu gehen und dort um Hilfe zu bitten. Ich saß da und habe gestammelt, zu meiner Verwunderung hat er mich verstanden. Er konnte mir natürlich die Suche nach einem Therapieplatz nicht abnehmen, aber ich habe mich zum ersten mal in meinem Leben wirklich verstanden gefühlt. Ich musste anfangen es zu akzeptieren und ich konnte endlich dem Kind einem Namen zu geben, was mich doch schon so so lange begleitet.

Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Ich hab einen wirklich netten Therapeuten gefunden, auch wenn ich noch nicht ganz verstanden habe, dass er mir wirklich nichts Böses will. Ich habe wirklich noch einen langen Weg vor mir. Aber ich bin bereit ihn zu gehen.

Hört auf euch. Hört auf euer Bauchgefühl.

Man muss sich für nichts schämen, auch wenn das wirklich verdammt schwer ist. Ich selbst schäme mich auch noch manchmal dafür und außer meinem Freund, weiß noch niemand in meinem Umfeld davon. Aber dieser große Schritt hat sich einfach gelohnt und ich bereue ihn keine Sekunde.

Ich hoffe, dass jede*r die Kraft findet, sich professionelle Hilfe zu holen. Es ist so verdammt wichtig auf sich zu achten, auch wenn ich nicht das beste Beispiel dafür bin.



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