Die verlorene Kunst des Pause Machens

Vor wenigen Wochen war ich an einem schlechten Ort. Nicht physisch, ich mags hier sehr im Rhein-Main Gebiet, sondern psychisch. Mein Kopf war voll, voller Gedanken ich war unzufrieden, obwohl es keine offensichtlichen Gründe gab. In diesem mentalen Zustand habe ich mich auch vorher schon mal befunden. Das ist für mich sonst einfach ein Zeichen, ich muss mir etwas Zeit nehmen, Pause machen und Reflektieren. Aber wie? 

Jede freie Sekunde habe ich an meinem Handy verbracht. Instagram Reels oder TikToks sind einfach mein Schwachpunkt. Bei jedem Weg von A nach B, bei jedem Ladebildschirm am PC, während jeder kurzen Pause. Instagram ist schon absichtlich seit Ewigkeiten nicht mehr auf meinem Startbildschirm und die tägliche Nutzungszeit auf 15 Minuten blockiert. Mein Unterbewusstsein hat aber ein ziemliches Tempo die App im Menü zu finden oder auf „+10 Minuten“ oder noch besser „heute unbegrenzte Nutzung“ zu klicken.  

Ich bin mir sicher du hast dich da im Griff und ich bin der Einzige, dem es so geht. Wobei Du statistisch gesehen durchschnittlich 1,5h auf Social Media verbringst und wenn Du in unsere durchschnittlichen Follower fällst vermutlich noch deutlich mehr.  

Wir konsumieren ohne dem Kopf eine Pause zu gönnen

Vor- und Nachteile von Social Media und der Zeit, die wir dort verbringen, ist schon ein ganz eigenes Thema für sich. Mein Problem war: Mein Kopf war voll, aber ich hatte keine Kapazitäten diese Gedanken zu verarbeiten. Selbst wenn du nicht wie ich ein Dopaminjunkie bist und bei jedem Scrollen kurz hoffst das neuste und witzigste Meme zu finden, fürchte ich Du kennst das Gefühl Deine Gedanken nicht verarbeiten zu können. Vermutlich kennst Du den vollen Kopf und das Gefühl, dass ungebremst unendlich viel mehr dazu kommt. Ich habe die letzten Wochen einen Trick gefunden, der so einfach klingt – Pause machen.

Wir sind alle ziemlich beschäftigt. „Gut, gut – viel los“ ist eine der gängigsten Antworten von ungefähr allen Menschen, die ich kenne. Beschäftigt sein und Eile nehmen uns ein. Egal was du am Ende tatsächlich machst, das ständige „viel los“ trennt uns von anderen Menschen und sogar von uns selbst und unserer eigenen mentalen Gesundheit. 

Hast Du einen Ruheort?

Ich lese aktuell ein Buch „The Ruthless Elimination of Hurry – How to stay emotionally healthy and spiritually alive in the chaos of the modern world” von Pastor John Mark Comer. Er schreibt über das Thema aus seiner christlichen Perspektive und nimmt Jesus als gutes Beispiel. Direkt am Anfang seines Wirkens kommt er aus 40 Tagen in der Stille, handelt einen vollen Tag lang in Kapernaum hat und zieht sich dann wieder zurück, um Pause zu machen und zu beten. Das finde ich wirklich spannend. Für mich ist die Pause und Ruhe das Erste, was schwindet, wenn es stressig wird und nicht mein erstes Ziel. 

Ich bin durch dieses Buch erst dazu gekommen mich zu fragen: Habe ich überhaupt einen Ruheort? Habe ich Ruhezeiten oder vielleicht sogar einen Ruhetag? Wie kann ich die gestalten? Wie kann ich meine Geschwindigkeit reduzieren? Für mich sah das so aus: Ich habe Instagram deinstalliert. Erst nur für drei Wochen, um etwas Abstand zu meinem leichten Suchtverhalten zu bekommen. Dann habe ich aber bemerkt wie schnell ich da wieder drin bin und wie gut es mir tut Luft zu haben zwischen all dem was ich an meinem Tag mache. Statt Instagram zu checken einfach ohne Handy auf Toilette. Ich weiß das klingt so absurd, aber die ganzen kurzen Zeitblöcke zu nutzen, in denen mein Gehirn, die Chance hat aufzuholen, hat bei mir einen riesigen Unterschied gemacht. 

Ich bin sogar noch einen Schritt weitergegangen. Ich habe mir einen Ruhetag ausgesucht und an dem einfach mal nichts gemacht was mir nicht Spaß macht. Also einfach am Tag vorher Geschirr gespült und an dem Tag eben nicht. Und dann bin ich noch einen Schritt weiter gegangen und habe mein Handy einen Tag lang nicht benutzt. Das ist sicher kein Allheilmittel für Stress, aber ich kann dir verraten: mich hat es krass entschleunigt. 

Nimm Dir die Zeit!

Dieser eine Tag für Pause, ein Ruhetag. Zeit ohne Aufgaben oder Freizeitstress, Zeit ohne Handy. Einfach mal Apps deinstallieren, Zeit einschränken oder bewusst etwas anderes machen. Was auch immer du dich traust zu tun, ich kann dir verraten: es lohnt sich! Zeit hat man nicht, Zeit muss man sich immer nehmen. Ich kann Dir versprechen, Du wirst dankbar sein für die Zeit die Du dir frei räumst um zur Ruhe zu kommen. Stell Dir einfach mal vor, wie eine Welt aussähe, in der wir nicht gestresst sind. Das wäre doch verrückt. Oder fangen wir klein an: stell Dir vor Du hast mentale Kapazität all das zu verarbeiten was Dich beschäftigt. Oder Du bist einfach etwas ausgeglichener. Ich glaube das lohnt sich. 

Ich will dich herausfordern, weil es mir so gutgetan hat. Nimm Dir doch direkt eine Zeit in dieser Woche vor, ohne Handy und ohne Aufgabe. Eine Stunde, oder zwei, oder einen ganzen Tag, ganz große Empfehlung von mir. 




Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theo

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