Deine Geschichte

Nadjas Geschichte

Ich bin 19 Jahre alt und mache gerade mein Fachabitur im sozialen Bereich. Gerade drehe ich eine Ehrenrunde, weil ich letztes Schuljahr aufgrund meiner Psyche nicht mehr klar kam.

Meine Schulzeit war ein Alptraum

Ich habe schon immer mit mir zu kämpfen gehabt, auch als kleines Kind schon. In der Schule wurde ich lange gemobbt. Zu meiner Mutter und zu meiner ganzen Familie hatte ich auch immer ein sehr schlechtes Verhältnis, weshalb ich das Mobbing mit mir alleine ausmachen musste.

Das Mobbing ging so weit, dass man mir Zettel mit den Worten „Bring dich um“ auf meinen Schultisch legte. Ein Lehrer bekam später einen solchen Zettel in die Hände, als mir eine Klassenkameradin diesen auf meinen Tisch legen wollte. Er las ihn und gab mir die Aufgabe 200x „Ich habe mich im Unterricht nicht mit unterrichtsfremden Materialien zu beschäftigen“ zu schreiben.

Seitdem war das Thema „Lehrer sind Vertrauenspersonen“ für mich gegessen. Ich war immer alleine. Mit meinen Problemen konnte ich mich nie jemandem anvertrauen, dabei war alles was ich wollte, jemanden zu haben, der sich für mich interessiert.

Der Schlüssel war, mich zu öffnen

Mit 18 vertraute ich mich an der Fachoberschule meinem Klassenlehrer an. Ich erzählte ihm, dass ich vielleicht einige Zeit aufgrund eines stationären Aufenthalts in der Schule fehlen würde. Es hat mich sehr, sehr viel Überwindung gekostet. Ich habe ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu ihm aufgebaut und er interessiert sich sehr für mein Wohlbefinden.

Jedes mal, wenn ich an mir zweifle, baut er mich wieder auf und motiviert mich. Vor einem weiteren Aufenthalt in der Psychiatrie haben wir nach vielen und langen Gesprächen zusammen beschlossen, alle Lehrer einzuweihen. Das klang für mich sehr komisch, da ich nicht zu allen ein gutes Verhältnis habe. Er versicherte mir aber, dass es mir nur zum Guten dienen werde.

Vertraut euch Menschen an!

Vielleicht klingt das jetzt erstmal komisch. Aber überlegt euch, wenn ihr mit psychischen Problemen zu kämpfen habt, ob ihr euch nicht euren Lehrern anvertrauen solltet. Meine Lehrer sind alle sehr gut damit umgegangen. Sie können jetzt viel besser einschätzen, woran es liegt, wenn ich mal abwesend wirke, oder nicht so viel mitarbeite.

Es hilft schon, wenn ihr einen Lehrer habt, mit dem ihr euch gut versteht. Über seinen Schatten zu springen, ist sehr schwer und es hat mich auch viel Kraft und Mut gekostet, aber es hat sich gelohnt! Ihr müsst euren Lehrern nicht sagen, was ihr habt. Allein wenn sie wissen, dass es euch nicht gut geht, können sie euch besser verstehen und auch damit umgehen. Ich habe auch Lehrer, mit denen ich nicht gut auskomme, aber auch die haben sich mir gegenüber zum Positiven verändert.

Ich habe immer mindestens eine Stütze in der Schule, wenn gerade alles schief läuft. Einen richtig tollen Lehrer, der mich immer wieder aufbaut und eine verdammt tolle Lehrerin, zu der ich jederzeit bei Problemen kommen kann. Die sich diese anhört, mit mir darüber spricht und zusammen finden wir immer eine Lösung! Wenn ihr eine Lehrkraft habt, mit der ihr euch gut versteht, traut euch!


Wenn du gerade mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier für dich die ersten Hilfemöglichkeiten aufgeschrieben und auch einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.

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