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Wie können wir anderen helfen?

Deine beste Freundin, dein Vater oder eine andere Person, die dir am Herzen liegt, leidet unter einer psychischen Erkrankung und du würdest ihr gerne helfen, weißt aber nicht wie? Dann lies gerne weiter! Genau darum soll es nämlich gehen. 

 

Zu Beginn erst einmal: jede Person ist individuell und besonders.

Genauso ist jede psychische Erkrankung bei jeder Person individuell und besonders. Psychische Erkrankungen können also nicht pauschalisiert und verallgemeinert werden. Jedem Menschen helfen andere Dinge. Trotzdem möchte ich versuchen ein paar Dinge aufzuschreiben, die helfen können. Wichtig ist dann mit der betroffenen Person im Gespräch zu sein und zu schauen, was auf die jeweilige Person zutrifft. 

 

Das Wichtigste was du tun kannst ist einfach für die Person da zu sein. Sag und zeig ihr, dass du da bist, dass du helfen möchtest. Dass du ihr gerne zuhörst, wenn sie jemanden zum reden braucht. Oft hat man Angst davor, dass man dann nicht weiß was man antworten kann. Meine Erfahrung ist: hab keine Angst davor nicht die richtigen Worte zu finden. Woher sollst du denn auch wissen, was man sagen „darf“ und was nicht, oder was die andere Person hören will. Manchmal gibt es auch einfach keine richtigen Worte. Manchmal reicht es auch zu wissen, dass da jemand ist, der einem zuhört. Jemand, der da ist wenn man reden möchte und einen in den Arm nimmt, wenn man das braucht. 

 

Manchmal ist es das Richtige, nichts zu sagen

Oft sagen Leute in ihrer Überforderung Floskeln wie „Das wird schon wieder“ oder „Versuch einfach positiver zu denken, mehr zu essen oder damit aufzuhören dich zu schneiden.“ Das sind zwar gut gemeinte Ratschläge, aber leider völlig überflüssig. Es wäre schön, wenn das alles so einfach wäre, aber das ist es nun mal nicht. Manchmal muss man auch einfach gar nichts sagen. Manchmal ist es das Beste gemeinsam die schwere Situation auszuhalten.

Ansonsten finde ist es prinzipiell schwierig irgendwelche „Tipps“ zu geben, weil jeder Mensch unterschiedlich tickt und dementsprechend vielleicht auch unterschiedliche Dinge braucht, die ihm oder ihr helfen. Es gibt keine einfache Lösung, keine „To-Do – Liste“, die man abarbeiten kann und damit jeder Person helfen kann. 

 

Jedes Bedürfnis ist individuell

Manchmal braucht man seine Ruhe: dann bedränge die Person nicht und lasse ihr ihren Freiraum. Behandle das Thema vertrauensvoll und akzeptiere es, wenn sie nicht sprechen möchte. Es kann auch gut tun, einfach mal zu vergessen wie es einem geht. Mal nicht über alles reden und nachdenken zu müssen, sondern etwas zu unternehmen und dabei frei sein zu können. 

Manchmal kann es aber auch helfen mal die harte Wahrheit zu sagen, damit die Menschen es schaffen beispielsweise aus ihrem Selbstmitleid herauszukommen. Manchmal kann es helfen, die Person zu zwingen etwas mit dir zu unternehmen, damit sie mal rauskommt und abgelenkt ist. Trau dich einfach und sei mutig.

Grundsätzlich gilt aber: Begegne den Personen mit Liebe und mit Offenheit. Erzähle ihr von den Möglichkeiten sich professionelle Hilfe zu suchen. Was es da für Möglichkeiten gibt, erfährst du hier.

 

Mir halfen Ehrlichkeit und Verständnis

Mir hat immer am meisten geholfen, wenn andere Menschen mir gegenüber ganz offen mit meinen Problemen umgegangen sind und das einfach angesprochen haben. Wenn ich gefragt wurde, wie es mir geht und ich das Gefühl hatte ehrlich antworten zu dürfen, weil die andere Person Interesse an mir hat. Ich finde es nie schlimm, wenn Menschen auch ihre eigene Unsicherheit im Bezug auf mich und meine Erkrankungen ansprechen.

Es ist wertvoll für mich, wenn sie mir ehrlich sagen, dass sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Dann kann ich darauf eingehen und versuchen Klarheit zu schaffen. Menschen, die mich verstehen oder zumindest versuchen sich in mich hineinzuversetzen, haben mir immer gut getan. Auch wenn Menschen es aushalten, wenn es mir mal nicht so gut geht und dann nicht sofort das Weite suchen, weil sie überfordert damit sind. Überfordert sein ist völlig normal, das bin ich selbst ja auch. Aber gemeinsam steht man das besser durch als allein. 

 

Achte immer auch auf dich selbst

Wichtig ist aber auch, dich selbst in alldem nicht zu vergessen. Du musst auch auf dich selbst Rücksicht nehmen. Sich um jemanden zu sorgen und zu kümmern, der mit einer psychischen Erkrankung zu kämpfen hat, kann sehr anstrengend sein. Such dir selbst Freiräume und lasse dich nicht zu sehr vereinnahmen. Wenn es dich zu sehr belastet, dann nimm Abstand und rede selbst mit jemandem darüber wie es dir in der Situation geht.

Du hast keine Verantwortung für die Person, du kannst sie nicht verändern. Du kannst sie nicht retten, du kannst sie nur lieben. Und auch wenn sich das oft anfühlt, als würde man nichts tun und nichts erreichen… glaub mir, das tut es! Jemand mit einer psychischen Erkrankung kann sich nur selbst helfen und als Freund oder Freundin kann man dann dabei unterstützen.

 


Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.

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