Hallo. Ich bin Eileen, bin 23 Jahre alt und arbeite als Rettungssanitäterin. Eigentlich könnte ich sehr zufrieden sein mit meinem Leben. Ich könnte stolz sein, bei all dem, was ich schon erreicht habe. Und trotzdem ist mein Leben oft immer noch ein ständiger Kampf.

2016 habe ich meine Ausbildung zur Rettungssanitäterin bestanden und arbeite seitdem im Rettungsdienst. Diese Arbeit macht mir großen Spaß. Es tut mir gut, morgens aufzustehen und auf die Arbeit zu gehen. Durch diese Routine bin ich weniger abgelenkt und kann mich weniger im Grübeln verirren.

Ich verstand lange nicht, was wirklich los war

2019 trennte sich mein damaliger Freund von mir. Wir waren 4 1/2 Jahre zusammen. Ich war schon immer ein sehr emotionaler Mensch, doch seit der Trennung kam ich aus dem Trauern nicht mehr hinaus. Ich dachte erst, dass das schon irgendwann von selbst wieder vorbei gehen würde. Aber im Gegenteil. Es wurde immer schlimmer und mir ging es stetig schlechter.

Traurigkeit, Selbsthass, selbstverletztendes Verhalten, Suizidgedanken, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen. Die Liste meiner Symptome war lang. Es lag eigentlich so nah, was los war. Dass ich eine Depression hatte. Doch bis ich diese Diagnose bekam oder überhaupt anfing, darüber zu sprechen, verging einige Zeit.

Ich begann zu kämpfen

Zuerst öffnete ich mich einem Kameraden, der Fachpfleger in einer Psychiatrie ist. Depression, sagte er. Das war der Moment, wo wir begannen, gemeinsam dagegen zu kämpfen. Er war er Erste, der mir half, Skills zu erlernen. Skills, für beispielsweise die Momente des selbstverletzenden Verhaltens. Natürlich hilft das alles nicht immer, aber es war ein wichtiger Anfang und ein enormer Schritt in eine richtige Richtung.

Seit dem Jahr 2017 bin ich in ambulanter Therapie, aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diese Therapie ist gut und wichtig, aber leider liegt manchmal sehr lange Zeit zwischen den Terminen. Oft genau die Zeiten, in denen ich mich wieder in negativen Gedankenstrudeln verfange. Darum ist es für mich ein enorm wichtiger Schritt gewesen, mich auch Menschen in meinem Umfeld zu öffnen.

Es ist ein Prozess. Halte durch!

Immer noch merke ich, wie oftmals meine Gedanken kreisen. Wie ich gegen meinen Selbstzerstörungstrieb kämpfen muss, und wie oft ich mir manchmal einfach wünsche, dass das ganze Leiden einfach aufhört.

Darum bin ich gerade auf der Suche nach einer stationären Therapie. Vor Kurzem habe ich eine Klinik gefunden, die meinen Vorstellungen entspricht. Jetzt heißt es abwarten und durchhalten. Dieser Prozess ist wieder eine enorme Herausforderung für mich. Und es verlangt mir so viel Mut ab, das durchzuziehen. Aber ich bleibe dran.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Du kannst das auch. Du kannst dir helfen lassen. Auch wenn es schwer ist, du bist es wert, dir Hilfe zu suchen und diese auch anzunehmen. Gib bitte nicht auf. Das Leben wird dir auch wieder schöne Zeiten schenken!


Wenn du gerade selbst mit Angst, Depressionen oder anderen psychischen Herausforderungen kämpfst, haben wir hier einen Brief an dich geschrieben. DU kannst auch andere ermutigen, erzähle Deine Geschichte! Wir freuen uns auch riesig über deine Nachricht oder deinen Kommentar! Wenn dir der Blog gefallen hat, kannst du ihn natürlich gerne liken, teilen und uns auf Facebook und Instagram folgen @theoceaninyourmind.


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